Altmodische Schaufenster und Fabrikfenster mit Werbung darauf. Kunstvoll von Hand bemalt, geätzt oder graviert. Viele dieser typischen Dorfläden, Garagen und Fabriken sind von den Straßen verschwunden. Aber sind diese alten Fenster auch verloren gegangen? Das möchte Glasrijk Tubbergen herausfinden.
Myriam Knol ist die neue Kuratorin der Kunstveranstaltung Glasrijk Tubbergen. Eine jährliche Kurzzeitveranstaltung im Oktober mit einer Ausstellung außergewöhnlicher Glasarbeiten. Gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden Albertjan Peters hat sich Knol für dieses Jahr eine ehrgeizige Premiere vorgenommen. Sie wollen so viel altmodisches dekoratives Glas aus Rahmen, Türen, Schaufenstern und Fenstern wie möglich ausstellen. Unter dem Namen: Die Kraft des Glases.
Wurde es weggeworfen?
Ob das gelingen wird, weiß Knol nicht. "Ist mit dem Abriss der alten Schaufenster auch das weggeworfen worden? Wir sind im Grunde genommen auf der Suche nach verlorenen Schätzen. Am liebsten natürlich mit einer Geschichte dazu."
Deshalb bitten sie auch um die Mithilfe der Öffentlichkeit. Knol: "Wir haben keine Ahnung, was erhalten geblieben ist. Es bleibt abzuwarten, ob wir komplette Fenster freilegen werden. Aber Teile von ihnen wären auch schön. Hoffentlich haben die Leute Teile aufbewahrt, zum Beispiel als Andenken an den Familienladen von früher."
Stolze Schaufenster
Knol braucht nur in ihre eigene Familie zu schauen. Ihre Großeltern hatten einst ein Fahrradgeschäft in Lonneker. Über zwei Scheiben stand dort in flotten Lettern handgemalt: Fahrradladen Boomkamp. Sie strahlt, wenn sie daran denkt. Doch leider gibt es davon nur noch Fotos.
Das gilt auch für Peters. Sein Großvater hatte früher eine Bäckerei. In der Tür war so schön der Familienname eingraviert. "Und dann so eine schöne Bäckereiauslage: Kuchen, Gebäck, Pralinen, Schokoladen. Ihr ganzer Stolz." Aber auch davon sind nur Fotos erhalten geblieben.
Fenster eines TET-Busses
Peters: "Das kann auch ein Ausgangspunkt sein: Fotos... Damit wir ein umfassendes Register dessen erstellen können, was es gegeben hat, nicht nur in Tubbergen, sondern in ganz Twente. Aber eigentlich natürlich eher die Glasarbeiten. Als wir diese Idee mit unseren Freiwilligen besprachen, meldete sich sofort jemand mit großer Begeisterung. Ihre Familie besaß früher ein Elektronikgeschäft. Das Schaufenster mit der Aufschrift 'Philips' ist bis heute erhalten geblieben.
Knol schöpft daraus Hoffnung. "Ich habe selbst schon mit jemandem Kontakt aufgenommen, der sich daran erinnern kann, irgendwo ein altes Fenster eines ehemaligen TET-Busses gesehen zu haben: mit TET im Glas also. Es wäre toll, wenn wir es ausfindig machen könnten. Vielleicht ist mehr davon erhalten, als wir denken. Vielleicht in Bauernhäusern."
Zeitgeist
Knol und Peters erhoffen sich viel Resonanz. "Sicherlich wäre es sehr cool, wenn wir etwas von diesem Zeitbild der Vergangenheit zeigen könnten. Es wird für viele Menschen ein Stück Wiedererkennung sein. So ein Gefühl von: Oh ja, du erinnerst dich... Aber es ist auch wichtig - wenn wir keine Fenster finden - dann anhand von Fotografien zu zeigen, was da war. Dekoriertes Glas ist im Grunde Industriekultur.
Denn Glas hat in der Architektur schon immer eine große Rolle gespielt. In Geschäfts- und Verkaufsräumen, aber auch in Häusern. In den Häusern bestimmte es ganz wesentlich die Atmosphäre, deshalb wurde oben an den Fenstern oft Buntglas oder farbiges Glas verwendet. In Ermangelung von Jalousien, die es damals noch nicht gab.
Tipps können gehen an info@glasrijk.nl
Quelle: Tubantia



